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Bahnhofstraße 4, 86150 Augsburg

In letzterer Zeit werde ich nach der Sinnhaftigkeit von Fluoriden in Zahnpasten befragt.

Fluorid ist ein natürlich vorkommendes Spurenelement, das über die Nahrung aufgenommen wird. Seine Wirkung auf die Zähne entfaltet es lokal (über Zahnpasten, Spülungen etc.) und systemisch (über Tabletten, Trinkwasser etc.). Bei direkter Einwirkung auf die Zahnoberfläche verhindert es den Verlust von Mineralien bei Säureangriffen und fördert die Regeneration des Zahnschmelzes. Zudem setzt es die Aktivität Karies verursachender Bakterien herab. In Deutschland ist der Gehalt des Fluorides in Zahnpasten auf 0,15% begrenzt und damit bei sachgemäßer Anwendung weit unter irgend einer schädlichen Wirkung. Bei Kindern (bis ca. 6 Jahren) werden wegen der noch erhöhten Verschluckungsgefahr Präparate mit niedrigerem Gehalt (0,05%) empfohlen.

Während der Entwicklungsphase gelangen ca.1% des systemisch aufgenommenen Fluorides in den Zahn, der dadurch widestandsfähiger gegen Säuren wird. Bei zusätzlicher Gabe von Fluoridtabletten ist besonders auf das Alter des Kindes, die individuelle Ernährungssituation und den Fluoridgehalt im örtlichen Trinkwasser zu achten. In Augsburg wird laut SWA (Stand 01/13) die Nachweisgrenze von 0,15 mg/l unterschritten. Bei einem Gehalt von mehr als 0,7 mg/l sollte auf die Tabletten verzichtet werden, da eine Fluorid-Überdosierung ästhetisch beeinträchtigende Flecken im Zahnschmelz verursachen kann. Die direkte, d.h. lokale Einwirkung des Fluorides auf den Zahn übt einen erheblich effektiveren Schutz gegen Karies aus, als bei systemischer Aufnahme. Aus diesem Grund gelten Fluoridtabletten bei Kindern nur dann als empfehlenswert, wenn fluoridfreie Zahnpasta verwendet wird und keine anderen Fluoridierungsmaßnahmen durchgeführt werden.

Abschließend muß ich betonen, daß regelmäßiges Zähneputzen keinesfalls durch Fluoridanwendung ersetzt werden kann.

Post Author: Praxis Wittek